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Voice of Memories


Autorin: Helene-Barbara Wegmueller - Genre: Lebensgeschichte - Formate: Taschenbuch, eBook 

Reich geboren heißt nicht immer Glück auf Lebenszeit. Eine Kindheit in Angst und ein Lebensweg, der kaum vorstellbar ist. Eine Frau begibt sich an ihrem 60sten Geburtstag auf eine Zeitreise der Vergangenheit. Sie begegnet der Gewalt und Lieblosigkeit des Vaters, findet sich in den Fängen eines Kinderschänders, erkämpft sich die Ausbildung, um dann in den Fängen eines Mädchenhändlers zu landen. Doch damit nicht genug, denn sie muss noch viel ertragen, auf ihrem Weg...



 Kurzbeschreibung:
1. Jetzt
Ich stehe auf meiner Terrasse und bewundere den Blick über das Meer. Eine sanfte Brise trägt den salzigen Geruch des Meeres in meine Nase. Die Kleidung an meinem Körper wird durch den Wind bewegt. Ein schönes Gefühl. Ich spüre und rieche das Leben.
Heute ist mein sechzigster Geburtstag. Es wird Zeit, dass ich mit meinemLeben ins Reine komme. Die Last von meinem Herzen lade, damit es endlichfrei atmen kann. Hier, in meiner neuen Heimat, an diesem wunderbaren
Platz, umgeben von Wärme, Palmen, Strand und der Weite des Meeres, fühleich mich wohl. Um einiges freier und lebendiger als in Europa.
Heute Abend erwarte ich viele Gäste, damit wir gemeinsam meinen Ehrentag feiern. Doch ein wenig müssen die Vorbereitungen noch zuwarten, denn vorher nutze ich den Tag für meine Reise in die Vergangenheit, um endlich abzuschließen, endlich Frieden mit meinen Erinnerungen zu schließen.
2. Heimat?
Ein liebliches Städtchen in der Schweiz, direkt am Bodensee gelegen. Rorschach - meine Heimat. Doch für mich birgt das Wort »Heimat« keine guten Erinnerungen.
Mitten im besten Villenviertel, am Rorschacher Berg, lag mein Elternhaus. Nun ja, nicht Haus, sondern eine gewaltige Patrizier-Villa, die von einem riesigen Garten umgeben war. Man hatte durch die großen Glasfenster einen wunderbaren Blick auf den Bodensee. Im Garten stand ein Teepavillon, der zu Mußestunden einlud. Gänse, Kaninchen, der Kater »Stanislaus« und allerlei anderes Kleinvieh lebten auch bei uns.
Das Haus ist mir in düsterer Erinnerung, obwohl die Räume hell und geräumig waren. Aufpolierte Holzböden, wunderschöne Gemälde und Fenster,die mit ihren, mit weißen Sprossen unterbrochenen, Gläsern bis an die
Decke reichten und den Raum mit Licht durchfluteten. Mein liebster Platz im Raum, die Leseecke. Dort hing mein Lieblingsgemälde – ein »Schreiber« an einem Pult. Gold-schwarz gestreifte Kleider, ein flacher Hut mit Feder und eine Schreibfeder in seiner Hand. Stundenlang betrachtete ich dieses Bild. Vor dem Eingang zum Esszimmer befand sich Großvaters Aquarium, sein ganzer Stolz. Die Lebensfreude der Fische darin ließ auch mich mein Leben besser ertragen.
Doch eine glückliche Kindheit war meinen Geschwistern und mir nicht beschert, trotz Reichtum meiner Familie.Mein Vater dominierte die Familie, mit Gewalt und Gefühlskälte. Meine Mutter, die ein Kindermodengeschäft betrieb, kümmerte sich kaum um uns, außer wenn sie uns alsModels für ihre Modeschauen benützte. Im normalen Alltagsleben hatte sich »Personal« um uns zu kümmern, schließlich wurde dieses großzügig bezahlt. Hingegen achtete Vater besonders darauf, dass wir die notwendige Aufmerksamkeit bekamen, die uns - seiner Meinung nach - zustand.
Schreie, Schläge und Erniedrigungen - seiner Familie gegenüber - gehörten immer mehr zur Tagesordnung. Leider sah Vater in mir immer ein besonders willkommenes Opfer. Meine Schwester Ursula, um sieben Jahre älter als ich, wusste sich besser zu wehren. Peter, mein Bruder, genoss als »Stammhalter« einen besonderen Status. Oft entkam er der Strafe.
Wurde etwas nicht nach Vaters Willen erledigt, so kam er nachts in mein Zimmer. Die Geschwister schickte er aus dem Raum. Je nach seiner Lust und Laune schlug er dann auf mich ein oder bereitete sich selbst Genuss,indem er meinen Körper streichelte - auch dort, wo es ihm Befriedigung verschaffte und mir Ekel.
Mutter um Hilfe anzuflehen, erwies sich als sinnlos. Wurde sie selbst doch oft Opfer von Vaters Gewaltausbrüchen. Ihre Meinung zählte nicht.
Die Laune meines Vaters verschlechterte sich täglich. Immer mehr häuften sich die Streitereien meiner Eltern. Nach und nach verschwand immer mehr von unserem »Familiensilber«. In Mutters Geschäftskasse fehlte oft Geld, viel Geld. Dann vertrieb Vater Tischdecken und Bettwäsche als fahrender Händler. Schließlich wurde auch noch die zum Haus gehörende Mühle verkauft. Finanziell ging es steil bergab.

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